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DIN 18195-6 wer kann aufklären?
15.11.2017, 07:24 PM
Beitrag: #1
DIN 18195-6 wer kann aufklären?
Grüßt euch!

Bei uns beginnt April 2018 endlich der Hausbau nach mehrjähriger Wartezeit (gab Probleme mit dem Vorbesitzer des Grundstücks).
Wir haben das Problem "Lastfall 3 - zeitweise aufstauendes Sickerwasser", das sagt zumindest das Bodengutachten welches wir anfertigen lassen haben Ende des Sommers.
Uns wurde gesagt es müsse daher zusätzlich eine Drainage verlegt werden, meine Frage ist ob das denn auch ausreicht?
Wie verhält sich das mit den Mehrkosten beim Kellerbau, unser Bauunternehmen hat dies in den Berechnungen nicht mit einkalkuliert, mit wie viel Mehrkosten muss ich in etwa rechnen?
Wir möchten eine Vollunterkellerung, circa 50% davon sind als Nutzraum vorgesehen (Büro sowie Bad).
Und meine letzte Frage dazu ist ob in jedem Falle eine Betonsauberkeitsschicht benötigt wird, egal welche Fundamentsohle ausgeführt wird?

Vielleicht kann ja der ein oder andere weiterhelfen, schon mal danke im Voraus!!

Nach fest kommt ab

Big Grin Big Grin
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21.11.2017, 01:41 PM
Beitrag: #2
RE: DIN 18195-6 wer kann aufklären?
Bei sich stauendem Sickerwasser (siehe Bild 1) ist grundsätzlich keine zusätzliche Drainage erforderlich, sonst stünde dies in der DIN A 18195 mit Verweis auf die Drainage-DIN auch drin.
Das ist quasi so als würde dir dein Bauunternehmen zu den Hosenträgern zusätzlich einen Gürtel andrehen wollen..
Beim Einbau einer Drainage kann unter Umständen auch die Gefahr eines hydraulischen Grundbruchs bestehen da die Schluffpartikel langsam unter der Kellersohle ausgespült werden können, was die Standsicherheit des Gebäudes auf lange Sicht beeinträchtigen kann.

[Bild: phoca_thumb_l_nichtstauendes-sickerwasser.jpg]
Bild 1, Quelle http://cms.teutenberg.de/wp-content/uplo...wasser.jpg


Generell ist es so dass beim Lastenfall 3 (DIN 18195-6) wie folgt vorgeht:

"Die erdberührenden Bauteile am Massivhaus werden dazu mit einer lückenlosen und homogenen Hülle umschlossen. Die einfachste Form ist eine Bitumendickbeschichtung, mit der die Außenseite der Kellerwände lückenlos beschichtet wird. Damit die Beschichtung wirkt, muss die Außenwand vollständig trocken sein, die Dickbeschichtung wird in mehreren Schichten aufgebracht. Ebenso möglich sind sich überlappende Bahnenabdichtungen aus Bitumen. Besonders wichtig sind Anschlüsse und Übergänge. Die Abdichtung muss nach DIN 18195 mindestens 15 cm über die Oberkante des Geländes hinausreichen. Man spricht hier auch von einer schwarzen Wanne."
(Quelle: https://www.keller-bauen.de/kellerabdich...18195.html )


Folgendes Diagramm stellt die jeweilige Entscheidung ob schwarze oder weiße Wanne vereinfacht dar:

[Bild: GV-SVG-EXPORT-20140924-1212_NjA4NzkxWg.JPG]
Quelle https://www.sbz-online.de/Cache/GENTNER/...NzkxWg.JPG


Die Frage nach den Mehrkosten lässt sich nur grob beantworten, rechne mal mit circa 1.600€ für 90qm wenn mit einer zweilagigen Bitumen-Dichtbahn und Klemmschienen abgesichert wird.

Deine Frage ob ne bauseitige Betonsauberkeitsschicht benötigt wird kann ich aus der Ferne logischerweise nicht beantworten, wenn dein Bauunternehmen dies allerdings empfiehlt würde ich da gar nicht nachfragen...ich schätze mal dass du ne 5cm Betonsauberkeitsschicht bekommst, was soweit erstmal ausreichend ist.
Wenn diese eingebaut wird kann jedoch auf die Kiesfilterschicht verzichtet werden.

Anbei auch nochmal eine PDF zum Thema "Bauwerksabdichtungen -Teil 6: Abdichtungen gegen von außen drückendes Wasser und aufstauendes Sickerwasser, Bemessung und Ausführung"

----> https://www.fh-muenster.de/bau/downloads...8_2000.pdf




Grüße
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